Oberland Karate - für Männer
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Selbstbewußtsein und Sicherheit
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Interessanter Beitrag von Dr. Jutta Lenz

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Karate heißt »leere Hand« und entstand auf der japanischen Insel Okinawa. Es wird schon seit Jahrhunderten trainiert. Beim Karate geht es darum, den Gegner mit leeren Händen, also waffenlos zu besiegen. Dies geschieht durch Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken sowie Fußfegetechniken. Es werden aber auch Hebel und Würfe gelehrt sowie Würgegriffe und Nervenpunkttechniken geübt.

Karate zählt zu den populärsten Kampfsportarten im deutschsprachigen Raum. Es gibt im modernen Karate vier Hauptstilrichtungen. Neben dem von Funakoshi Gichin geschaffenen Shôtôkan ryû sind dies die Schulen des Gôjû ryû, gegründet von Miyagi Chôjun, des Wadô ryû, gegründet von Ôtsuka Hironori, und des Shitô ryû, gegründet von Mabuni Kenwa.

Die Grundlage jedes Karatestils sind seine Kata. In diesen komplexen Bewegungsabläufen ist das gesamte Wissen einer Schule enthalten, ihre Techniken und selbst ihre Philosophie. Die Kata wurden in der Vergangenheit von den großen Meistern des Kampfes mit leerer Hand auf Okinawa,der Wiege des Karatedô, geschaffen. Manche von ihnen haben Wurzeln, die Jahrhunderte zurückreichen. In ihnen sind Einflüsse chinesischer Taolu ebenso zu finden wie die Erfahrungen der Okinawaner im Kampf gegen die Besatzung durch die Samurai aus Satsuma. Das kriegerische Erbe des Karate ist ein außergewöhnlicher Schatz innerhalb der japanischen Tradition. Zusammen mit dem Judo gehört das Karate zu den am meisten ausgeübten östlichen Kampfkünsten im Westen. Aber bevor das Karate seinen Namen erhielt, begründete die “Faust von Okinawa” in seinen verschiedenen Stilen die reichhaltige kriegerische Tradition.

Das Karate hat zwar seine kriegerischen Wurzeln auf den Ryu Kyu Inseln, aber durch die spätere Weiterentwicklung sind diese Inseln in Verbindung mit dem Karate in Vergessenheit geraten. Haben Sie manchmal auch das Gefühl, Sie könnten Unterstützung im Umgang mit Problemen im Job, in der Familie oder anderen Alltagssituationen gebrauchen? Dann holen Sie sich alltagstaugliche Anregungen von einem Karatemeister unserer Zeit. Sie werden überrascht sein,
wieviel Sie davon in Ihrem Leben umsetzen können. Karate hat sich von einer Selbstverteidigung zu einem Wettkampfsport entwickelt. Wahrlich ein nicht wegzudenkender Teil des modernen Karate. Jedoch darf der Aspekt der Selbstverteidigung nicht auf der Strecke bleiben.

Karate oder besser Karate-Dô ist eine Kampfkunst, die unendlich viele Fassetten hat. Karate kann ein Leben lang fesseln und immer wieder etwas Neues geben. Das Streben nach »höher und schneller« ist irgendwann (meist altersbedingt) vorüber, aber das Erweitern des Verständnisses und der Perfektion hört niemals auf. Neben dem in der öffentlichkeit bekannten Wettkampf in Kata (genau festgelegten Abfolgen von Techniken und Bewegungsrichtungen) und Kumite (dem freien Wettkampf) gibt es noch viele andere Bereiche im Karate, und ein solcher ist Kata-Bunkai. Im
Bunkai werden die Techniken gegen die »imaginären« Gegner der Kata aufgeschlüsselt und zurückgeführt auf die ihnen zu Grunde liegenden realen Kampftechniken.

Die japanischen Kampfkünste sind ein Spiegel, der die Wurzeln der Angst reflektiert und so hilft die Ursachen von Konflikten zu verstehen und zu überwinden. Katas sind das eigentliche Zentrum des Karate. Durch ihr kontinuierliches Üben erschließt sich das gesamte Spektrum der im Karate enthaltenen Möglichkeiten. Die Katas besitzen eine faszinierende Vielzahl von Techniken, die die Verteidigung in kurzer, mittlerer und langer Distanz ermöglichen.
Asiatische Kampfkünste halten Körper und Geist fit. Sie verbinden Werte und Traditionen mit Schnelligkeit, Kraft und harmonischen Bewegungsabläufen. Sie fördern das Selbstvertrauen, schulen das Konzentrationsvermögen und dienen der Selbstverteidigung. Da im asiatischen Kampfsport der Weg das Ziel ist, ist niemand zu jung oder zu alt, um damit
anzufangen. Die Frage ist doch immer mehr, wie wir alt werden wollen – mit welcher Qualität. Die Hauptursache für die Zivilisationskrankheiten – Herz-/Kreislauferkrankungen,Stoffwechselerkrankungen, Übergewicht, Fettsucht, Magersucht, Krebs, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Allergien, psychische Erkrankungen (Depression, burn-out) bis hin zu
Alzheimer und Demenz – ist neben Fehl- und Überernährung, Mangel an Wechselreizen, Stress, Umweltbelastungen, Rauchen, Alkoholkonsum, Drogen (auch Medikamente!) in erster Linie der Bewegungsmangel.

Der körperliche Abbau beginnt ab dem 25.Lebensjahr! Wir Menschen haben daher nur drei Möglichkeiten:

a) nichts zu tun – und richtiggehend zuzusehen, wie wir alt werden
b) sich ein wenig zu bewegen, um den Ist-Zustand zu stabilisieren
c) aktiv zu sein und den Ist-Zustand positiv zu beeinflußen – sich dabei auch seelisch gut zu fühlen und ein positives Körpergefühl zu entwickeln.

Schon die alten Karatemeister wußten es – und es gilt nach wie vor! Mabuni Kenwa (1889 - 1952), der das Shito-Karate gründete, vertrat den Standpunkt: „Alte und Junge, Männer und Frauen, jeder kann Karate üben: Karate kann Menschen für verschiedenartigste Zwecke dienlich sein. Es kräftigt die Gesundheit und erhält das gute Aussehen.
Zudem kann Karate zur Selbstverteidigung genutzt werden ...“ (Kenei Mabuni – ein Sohn Kenwas , geb.1918,
Leere Hand, S.9)

Karate ist aber nicht nur ein System von Körpertechniken, sondern es ist auch reich an psychischen Techniken: Geistige Energie läßt sich dadurch entfesseln. Die Altersforschung (Gerontologie) und die Sportwissenschaft bestätigen heute diese Sichtweise durch vielerlei wissenschaftliche Untersuchungen und Tests mit älteren Menschen (Rolf Wirhed,
Sportanatomie und Bewegungslehre). Es gibt heute tatsächlich kein Alter mehr, in dem man nicht mit einem sportlichen Training beginnen kann, auch mit einem Karatetraining! Alte Glaubenssätze blockieren uns! „Damals, als ich noch jung war ...“ ja, was haben sie damals nicht alles gemacht, doch was nützt es jetzt und heute! „Außerdem läßt mir mein Job keine Zeit für Sport ...“ Hinter solchen Äußerungen stecken häufig vielfache Gründe und auch Rechtfertigungen:

1. Es kann die eigene Bequemlichkeit sein. Wenigen nur ist bekannt, daß ab dem 35.Lebensjahr ein bestimmtes Hormon nicht mehr in einem Ausmaß wie zuvor produziert wird: ein Hormon, das uns zu mehr Bewegung förmlich drängt.
2. Heute sind Menschen häufig den ganzen Tag verplant.
3. Schlechtes Zeitmanagement, mangelnde Arbeitsmethodik.
4. Mit fortschreitendem Alter kommen Ängste: Man traut sich nicht mehr soviel zu wie früher oder befürchtet, nicht mehr mithalten zu können.

Die so sukzessive in Gang gesetzte Abwärtsspirale hat weitere Folgen: die eigenen Energien lassen immer mehr nach und die Trägheit nimmt dadurch weiter Überhand. Karate ist eine Sportart, die sich Menschen ab den mittleren Jahren nicht mehr unbedingt „antun“ wollen. Das Vorurteil, „man haue ja nur drauf“, für Kinder und Jugendliche in Ordnung, aber doch nicht als neuer Sport für jemanden, der schon älter ist ! Daß Karate, Karate-Do, auch eine geistige, psychische Dimension hat, wird von Laien nicht gesehen – sondern eigentlich erst erfahren und geschätzt von Menschen, die länger trainieren und sich dabei begeistern lassen. Leistungsfähig bleiben bis ins hohe Alter. Wer bis ins hohe Alter leistungsfähig bleiben und langfristig gute Energien haben will, sollte sich zumindest einige Kenntnisse in diesem Bereich aneignen, um das Ausmaß eines guten Ganzkörpertrainings, das Karate eben bietet, erfassen zu können.
Wir können dabei vier Dimensionen unterscheiden:

Die physische Dimension, bei der es um die körperliche Leistungsfähigkeit geht. Unsere Bewegungen lassen sich in fünf Formen der motorischen Beanspruchung einteilen:

a) Flexibilität/Beweglichkeit
b) Kraft
c) Koordination
d) Schnelligkeit
e) Ausdauer


Als Mensch läßt sich auf Dauer nur erfolgreich leben, wenn alle diese Bereiche beachtet und miteinander in Einklang gebracht werden, weil sie ineinander greifen. - Der Mensch bildet eine Körper-Seele-Geist-Einheit. Die physische Dimension, wie sie über unser Karatetraining gefördert wird, soll hier beschrieben werden:

Eine altersbedingte Beeinträchtigung der Flexibilität setzt jenseits des 50. bis 55.Lebensjahres ein. Befragt man ältere Menschen, was sie tun, um beweglich und flexibel zu bleiben, so sind es regelmäßige Bewegungsrituale,
z.B. Spazierengehen, schwimmen, Yoga, TaiChi, QiGong … Das Ziel ist dasselbe, nämlich die Atmung mit der Bewegung zu verbinden und dadurch den Energiefluß im Körper zu stimulieren. Diese Zielsetzung liegt auch dem Karate zugrunde.

Die Kraft geht ab dem 50.Lebensjahr ohne Training pro Lebensdekade um etwa vier bis acht Prozent zurück.
Zwischen dem 50. und 70.Lebensjahr nimmt die Kraft der Oberschenkelmuskulatur um etwa 30 Prozent ab.
Nach dem 70. Lebensjahr nimmt die Muskelkraft noch einmal drastisch ab. Hier einige grundlegende Informationen, um die Auswirkungen des Karatetrainings im Kraftbereich zu verstehen:

Unter Maximalkraft oder auch Rohkraft verstehen wir die maximale Kraft, die das neuromuskuläre System des Körpers gegen einen Widerstand aufbringen kann. Schnellkraft und Kraftausdauer bauen darauf auf. Unterschieden wird zudem unter statischer Kraft und dynamischer Kraft. Statische Kraft ist jene Muskelspannung, die in einer gegebenen Position willkürlich gegen einen fixierten Widerstand wirkt, z.B. Bankdrücken, Gewichte stemmen. Dynamische Kraft hingegen ist die Kraft, die innerhalb eines gezielten Bewegungsablaufes entwickelt werden kann, so z.B. bei allen Bewegungskombinationen im Karate.

Mit Krafttraining allein kann lediglich Einfluß auf die Skelettmuskulatur, Sehnen, Bänder,Knochen, Gelenke ausgeübt werden. Positive Effekte für Herz, Kreislauf, Atmung erfordern Ausdauerbelastungen, wie sie in unserem Karatetraining beinhaltet sind. Durch Druck und Zug beanspruchte Knochen verfügen über einen höheren Mineralgehalt und beugen damit der Entwicklung von Osteoporose vor. Der Hauptnachteil des statischen Krafttrainings im Vergleich zu einem dynamischen Karatetraining besteht darin, daß der Kraftzuwachs nicht innerhalb eines Bewegungsablaufes erfolgt, und damit die extrem wichtige Schulung der Koordination entfällt.

Der Vorteil des dynamischen Trainings, das besonders im Karatetraining zum Tragen kommt, wird durch die Einbeziehung der Kraftbeanspruchung in einem Bewegungsablauf mit entsprechender Koordinationsschulung gefördert. Ein weiterer gesundheitlicher Gesichtspunkt, der für ein dynamisches Krafttraining im Karate spricht, sind Untersuchungen im Kraftsport, bei denen ein funktionierendes Biofeedbacksystem zwischen dem Muskelstoffwechsel und bestimmten Gehirnregionen registriert werden konnte. So ergeben sich etwa vom limbischen System im Gehirn (Sitz der Emotionen) positive Auswirkungen auf unsere Psyche.

Umgekehrt hängen also motorische Antriebslosigkeit und depressive Einstellung eng zusammen. Teilnehmer eines Karatetrainings, Karateka, sind nach dem Training einfach „besser drauf“, weil ihr Körper stimmungsaufhellende Hormone, Endorphine, produziert hat. Unter Koordination versteht man das Zusammenwirken von Zentralnervensystem und Skelettmuskulatur innerhalb eines erzielten Bewegungsablaufs. Umgangssprachlich sind Geschicklichkeit bzw. Gewandtheit gemeint. Jenseits des 50. bis 60. Lebensjahres nimmt diese Qualität ohne Training ab. Die Übung von Bewegungskombinationen im Karate, die Kata, und auch einfache Einzelübungen, „Gyaku-Tsuki“, „Kizami-Tsuki“, „Mae-Geri“, „Yoko-Geri“, Kombinationen daraus, erhalten und steigern die Gewandtheit in der Bewegung, bis ins hohe Alter. Durch das ständige Üben des Gleichgewichts, wie es bei allen Fußtechniken geschieht, bleibt die Geschmeidigkeit und Sicherheit in der Bewegung erhalten, bzw. die koordinative Qualität wird verbessert.

Die Schnelligkeit ist ein weiterer Aspekt, der in einem guten Training nicht zu kurz kommt. Beim Karatetraining wird bei älteren Teilnehmern nur im aeroben Bereich trainiert, d.h. die Muskulatur ist immer gut mit Sauerstoff versorgt. Anaerobe Belastungen, wie sie bei vielen Sportarten vorkommen, gerade im Ausdauerbereich, werden im Karatetraining vermieden. Trotzdem werden Grundschnelligkeit und Schnelligkeitsdauer durch ein gutes Karatetraining gesteigert.


Unser Karatetraining ist strukturiert, methodisch und didaktisch aufgebaut, um Balance, Kraft,
Flexibilität und Ausdauer zu fördern und zu erhalten.
Sie haben Interesse, sind neugierig geworden? Sie möchten die großartigen Vorteile des Karatetrainings nutzen.

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